Schlicht und einfach!
Atemschutz 2025

Verstehen Sie diese beiden Wörter nicht im negativen Sinne, sondern als ein Prinzip, das bei der Ausbildung und Umsetzung von Taktiken oder Techniken im Rahmen des Kurses AS01.25 vom 22. bis 26. September 2025 angewendet wurde. Was nicht in Übungen geübt wird, kann auch nicht bei Einsätzen richtig angewendet und genutzt werden.
Bevor wir jedoch auf eines unserer wichtigsten Themen dieses Jahres eingehen, müssen wir zunächst die Grundlagen schaffen: 2’220 Ausbildungsstunden, etwa 2’000’000 Liter verbrauchte Luft, alles für 52 Teilnehmende, verteilt auf 7 Klassen. Eine umfangreiche Ausbildung mit 30 vor Ort vorbereiteten Lektionen, um die Gruppendynamik zu stärken und eine Begleitung bei der Konzeption durch die Klassenlehrer zu ermöglichen.

Einfach, aber wichtig: Der seit mehreren Jahren gepflegte Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen hat sich auch in diesem Jahr wieder bewährt und wurde sogar durch die Bewertung einheitlicher Kompetenzen, die anhand von Beurteilungskriterien definiert wurden, noch verstärkt. Die Definition eines typischen Profils ist sowohl für die Klassenlehrer als auch für die Teilnehmenden ein grosser Vorteil in der Ausbildung.
Es gibt keine Bewertungen mehr, die nach eigenen Präferenzen oder kantonalen und persönlichen Gewohnheiten erteilt werden, sondern sie sind jetzt viel besser abgeglichen. Diese gemeinsame Grundlage ist ein Beweis für die Entwicklung hin zu noch mehr Harmonisierung in unserer nationalen Praxis.
Der pädagogische Ansatz blieb wie in den Vorjahren unverändert: Vereinfachung der Zielformulierung durch Verwendung des Ansatzes der Taxonomie nach Bloom. Diese Wahl erlaubt die Organisation der Ausbildung in aufeinanderfolgenden Schritten von einfach bis komplex, was eine schrittweise und kohärente Strukturierung erleichtert. Auch das Kursprogramm folgte diesem Ansatz: Grundlagen schaffen, neues Wissen vermitteln und Kompetenzen entwickeln, um im Laufe der Woche zu komplexeren Themen überzugehen. Auch in diesem Jahr konnte wieder auf externe Referenten, die sich mit den Themen Hitzebelastung und Beweissicherung befassten, gezählt werden.
Die vielfältige Infrastruktur des ifa Balsthal ermöglichen es den Teilnehmenden, ihre Kompetenzen umfassend zu erweitern, da sie sich von einer einfach gestalteten Umgebung über Infrastruktur mit Gasbrandstellen zu Realbrand entwickeln können und deren Besonderheiten bei der Planung zu berücksichtigen lernen.
Nun kommen wir zu dem wichtigen Thema der Kontamination. Dieses für uns Feuerwehrleute unsichtbare, aber sehr reale Risiko stellt eine Herausforderung dar, die im gesamten Kurs berücksichtigt werden muss. Es wurde das Konzept der sauberen und kontaminierten Bereiche mit der Regel „simpel und einfach bleiben” umgesetzt: Ein Kurzreferat zum Thema, vom Hauptgebäude getrennte Garderoben für kontaminierte Brandschutzkleidung, klare Trennung des kontaminierten Arbeitsbereichs vom sauberen Pausenbereich, systematische Reinigung der PSA und wirksamer Schutz durch einfache Massnahmen:
- Tragen von langer Unterbekleidung
- Tragen einer Maske und von Handschuhen bei der Dekontamination der PSA
- Persönliche Dekontamination
Die im Merkblatt T-02 der FKS beschriebene Einsatzhygiene wurde so also eingehalten.
Dieser wichtige Punkt musste in den von den Teilnehmenden geplanten Übungen mit echtem Feuer berücksichtigt werden, bei denen sie mit diesem Aspekt der Ausbildung zum Umgang mit echtem Feuer konfrontiert wurden.
Der Kurs 2025 zeichnete sich durch eine positive Atmosphäre, einen regen Austausch und ein starkes Engagement der Teilnehmenden und Klassenlehrer aus. Die Ausgewogenheit zwischen Theorie, Praxis und Geselligkeit ermöglichte es, diese Woche effizient und mit Freude zu absolvieren. Dieses Jahr war der Abschluss für den bewährten Klassenlehrer Benedikt Schnyder, der vor 7 Jahren seinen Einsatz begonnen hatte. Für sein Engagement und seine umfassenden Kompetenzen als Klassenlehrer danken wir ihm ganz herzlich. Danke, Bene!
Der Kurs AS01.25 hat gezeigt, dass „schlicht und einfach” nicht gleichbedeutend mit Minimalismus ist, sondern mit der Konzentration auf das Wesentliche und Effiziente. Auf die Organisation der Ausbildung angewendet, insbesondere auf Themen, die schnell zu einem unnötig komplexen System werden können, kann dies ein Prinzip sein, das Einfachheit in den Dienst der Exzellenz stellt.
Abschliessend möchte ich mich ganz herzlich beim gesamten Kursstab bedanken, der für den reibungslosen Ablauf des Kurses 2025 gesorgt hat.
Alexandre Fink, Kursleiter

